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Häufig gestellte Fragen

Der StadtRaumMonitor basiert auf dem "Place Standard Tool", das in Schottland entwickelt wurde und dort seit 2015 angewendet wird. Das Tool hat das übergeordnete Ziel, gesundheitliche und soziale Chancenungleichheiten abzubauen und Lebensumfelder nachhaltig zu verbessern. Die Entwicklung und Einführung des StadtRaumMonitors in Deutschland wurde wissenschaftlich von der Hochschule für Gesundheit Bochum begleitet, um eine systematische und evidenzbasierte Herangehensweise bei der Anpassung des Tools für den deutschen Kontext zu gewährleisten. Vor der deutschlandweiten Einführung wurde der StadtRaumMonitor in einer Pilotphase mit vier Modellkommunen getestet. Diese Pilotphase ermöglichte es, das Instrument unter realen Bedingungen zu erproben und daraufhin nochmals anzupassen, bevor es öffentlich zugänglich gemacht wurde.

Das Tool setzt auf einen partizipativen Ansatz, der die Menschen vor Ort als Expertinnen und Experten für ihr Lebensumfeld einbezieht. Dieser Ansatz entspricht aktuellen Erkenntnissen der Gesundheitsförderung, die die Bedeutung von Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung und lokalem Wissen betont. Die Tatsache, dass ähnliche Versionen des Tools auch in anderen Ländern wie den Niederlanden und Spanien genutzt werden, spricht für eine breite Evidenzbasis und internationale Validierung des Konzepts.

In Kürze wird in der Mediathek eine Übersicht zur Verfügung stehen, welche die Evidenzlage zur Auswirkung der einzelnen Kategorien des StadtRaumMonitors auf die menschliche Gesundheit darstellt.

Zunächst einmal: Was versteht man unter „Repräsentativität bei Umfragen“? Da in der Regel nicht die sogenannte Grundgesamtheit befragt werden kann (also die gesamte Bevölkerung oder alle Menschen einer spezifischen Zielgruppe), wird ersatzweise eine Stichprobe untersucht. Diese Stichprobe soll die Grundgesamtheit möglichst gut „repräsentativ“ abbilden, wodurch Aussagen über eine deutlich größere Gruppe gemacht und infolgedessen die richtigen Schlüsse gezogen werden können. Dies ist auch mit dem StadtRaumMonitor machbar. Zur Zusammensetzung solcher Stichproben gibt es verschiedene Verfahren. Ein Beispiel, wie in einer Kommune eine repräsentative Stichprobe für eine StadtRaumMonitor-Anwendung ausgewählt wurde, findet sich im Steckbrief der Stadt Karlsruhe.

Legen Sie im Vorfeld fest, wie Ihre Grundgesamtheit definiert ist. Auf wen sollen sich die später gemachten Aussagen und Schlussfolgerungen beziehen? Auf die gesamte Bevölkerung des betrachteten Lebensumfelds, oder eher auf einzelne Zielgruppen? Welche Stichprobe kann die Grundgesamtheit am besten abbilden und über welche Wege und Verfahren lässt sich diese Gruppe zusammensetzen?

Von der Idee her möchte der StadtRaumMonitor einen vielfältig anwendbaren Gesprächsleitfaden anbieten, mit dem Meinungen – insbesondere von Bevölkerungsgruppen, die normalerweise im Rahmen von Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung nur schwer zu erreichen sind – erhoben werden können. Daher verfolgt der StadtRaumMonitor nicht vorrangig das Ziel repräsentativer Umfragen, sondern möchte bereits vorhandene Ideen und Meinungsbilder in einer Kommune durch die Stimmen ausgewählter Zielgruppen ergänzen. Aber der StadtRaumMonitor kann dazu beitragen, auf Basis von Stimmen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen Aussagen über den Zustand eines Lebensumfelds zu machen und künftige kommunale Maßnahmen zu priorisieren, was dem Wunsch der Kommunen nach einem repräsentativen Stimmungsbild aus der Bevölkerung entgegenkommt.

Anhand der Steckbriefe, die in der Mediathek zu finden sind, können die jeweiligen Zielsetzungen und Ergebnisse einiger den StadtRaumMonitor anwendenden Kommunen eingesehen werden. Abhängig vom konkreten Kontext, der Zielgruppe und der Intention, die hinter der Anwendung des StadtRaumMonitors stehen, können sich die beobachteten Auswirkungen unterscheiden. Aus den Pilotprojekten und unserer jährlichen Befragung der registrierten Nutzerinnen und Nutzer („Admins“) wissen wir, dass teilnehmende Kommunen beobachten, dass sich die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Geschlecht, Alter oder bereits bestehendem Engagement vor Ort erhöht. Außerdem wird durch die Anwendung ersichtlich, welche Zielgruppen nicht im beabsichtigten Umfang aktiviert werden konnten. Auch berichten die Kommunen von einer Stärkung der intersektoralen Zusammenarbeit, einem Kompetenzzugewinn und verbesserten Strukturen mit Akteurinnen und Akteuren auf administrativer und politischer Ebene. Der StadtRaumMonitor leistet insbesondere mit seinen qualitativen Auswertungsmöglichkeiten nach Aussagen der Kommunen einen Beitrag zur Entwicklung, Reflexion und Evaluation kommunaler Strategien und Maßnahmen.

Seit 2023 liegt der StadtRaumMonitor in seiner Standard-Version in einfacher Sprache vor. Bei Anwendungen mit Menschen mit Lernschwierigkeiten zeigten sich dennoch vielfältige Herausforderungen. Diese Herausforderungen und Barrieren werden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „DiKomAll – Digitale Kommune für Alle“ (2023-2026) im Co-Design mit Menschen mit Lernschwierigkeiten und geistigen Behinderungen erforscht. Ziel ist es, den StadtRaumMonitor künftig in leichter Sprache zur Verfügung zu stellen.

Wir sind bestrebt, die Barrierefreiheit der Website des StadtRaumMonitors regelmäßig zu überprüfen und zu überarbeiten. Zuletzt wurden im Bereich der Umfrage Bedienelemente zum Einstellen des Alters und der Bewertung der Fragen sowie Fehlermeldungen bei einer Nichteingabe erstellt. Auch auf der Startseite wurde einige Änderungen umgesetzt: so ist das „Hamburger-Menü“ inklusive der einzelnen Menüunterpunkte jetzt auch über die Tastatur ansteuerbar. Bei den Überschriften wurde eine Anpassung der Strukturelemente vorgenommen. Links die nur mit „Hier“ gekennzeichnet waren, wurden entsprechend benannt, damit diese Aufschluss über das Linkziel geben. Die aktuelle Barrierefreiheitserklärung (Stand 11/24) findet sich hier: https://stadtraummonitor.bzga.de/barrierefreiheit/.

Der StadtRaumMonitor liegt als Online-Tool mittlerweile in verschiedenen Sprachen vor: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch und Arabisch. Die Sprache kann von dem jeweiligen Nutzenden oben rechts in der Ecke und in der mobilen Version links in der Navigation eingestellt werden. Die Seite wurde automatisiert und maschinenbasiert übersetzt. Dies gilt auch dann, wenn ein registrierter Admin eine eigene Umfrage anlegt und den Link dazu verbreitet.

Außerdem ist die Website sowohl in leichter Sprache als auch in Gebärdensprache abrufbar. Barrieren können jederzeit gemeldet werden. An einer Version der analogen Anwendungsmaterialien in leichter Sprache arbeiten wir aktuell (siehe Frage "Wie adressiert der StadtRaumMonitor das Thema Inklusion").

Die Fragen in der Online-Anwendung des StadtRaumMonitors können nicht selbst verändert oder nur teilweise genutzt werden. Das Team des StadtRaumMonitors empfiehlt grundsätzlich, den StadtRaumMonitor in seiner bestehenden Form und vollständig anzuwenden.

Um einen regionsspezifischen Bedarf abzudecken, stehen wir Anpassungen aber offen gegenüber. Dabei ist es wichtig, dass Ergänzungen oder Anpassungen kenntlich gemacht werden. Sollte der StadtRaumMonitor umfangreich verändert werden, darf eine entsprechende Umfrage nicht mehr unter dem Namen "StadtRaumMonitor" laufen. Bei einer angepassten „analogen“ Nutzung ist außerdem zu berücksichtigen, dass die anschließende Nutzung des Online-Tools zu Auswertungszwecken nicht mehr möglich ist. Gerne können Sie bei Fragen zu gewünschten Kürzungen oder Ergänzungen auf uns zukommen. Auch würden wir uns darüber freuen, wenn wir im Anschluss ein Feedback zur Anwendung erhalten. So können wir uns ein besseres Urteil darüber bilden, ob eine angepasste oder veränderte Nutzung des Tools langfristig Sinn ergibt.

Der StadtRaumMonitor kann aber natürlich auch als Inspiration für die Erstellung einer eigenen Umfrage genutzt werden. Die Berücksichtigung von (regionalen) Unterschieden im Rahmen der Anwendung des StadtRaumMonitors erfolgt normalerweise über die Moderation, z.B. in einer Gruppendiskussion, oder in einer Online-Umfrage über den Begrüßungstext.

Bei Fragen oder dem Bedarf nach Unterstützung können Sie sich generell jederzeit per Mail an stadtraummonitor@bioeg.de wenden.

Wenn Sie konkrete Fragen zur Anwendung in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen haben, können Sie sich direkt an das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg oder an das Landeszentrum Nordrhein-Westfalen wenden.

 

Kontakt

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
Maarweg 149-161
D-50865 Köln

Tel.: 0221 8992-0

Fragen und Anregungen
stadtraummonitor@bioeg.de